Let´s get ready to rumble!

Am 13. Februar ist es wieder soweit, in Dresden werden tausende Nazis aufmarschieren um den deutschen „Opfern“ des Bombenangriffs auf Dresden zu gedenken. Dieser Naziaufmarsch ist einer der zentralen und größten Aufmärsche Europas. Neben den Nazis werden auch noch teile der „Zivil“-Gesellschaft an die Opfer des Bombenangriffs gedenken.
Doch auch dieses Jahr wird es einen antifaschistischen Gegenprotest geben. Neben dem Blockadebündnis „NO-PASARAN!“ ruft auch das linksradikale Bündnis „Venceremos“ zu Gegenprotesten auf.
Auch aus NRW wird es die Möglichkeit geben nach Dresden zu fahren.

Jedes Jahr auf’s Neue ziehen Neonazis aus ganz Europa im Februar anlässlich des Jahrestags der Bombardierung Dresdens durch die Alliierten im 2. Weltkrieg durch die Elbstadt und bekunden offensiv ihre Sympathie mit dem NS-Regime. Unterstützt von FaschistInnen aus dem europäischen Ausland, handelt es sich um den mit Abstand größten und bedeutsamsten Aufmarsch der extremen Rechten in Europa. Im letzten Jahr kamen 7000 Nazis, die ihren Geschichtsrevisionismus und ihre Verherrlichung des Nationalsozialismus auf die Straße trugen. Für dieses Jahr ist mit einer erneuten Steigerung der TeilnehmerInnenzahlen zu rechnen, da der 65. Jahrestag der Bombardierung auf ein Wochenende fällt.

Dass sich die Neonazis in Sachsen besonders wohl fühlen ist kein Zufall. Auch dass der NPD hier erstmals in ihrer Geschichte der Wiedereinzug in einen Landtag gelang, liegt nicht nur an der festen Verankerung neonazistischer Strukturen in der Region. Auch das Verhalten von Polizei und Stadtoberen ist wesentlich für den Erfolg der Neonazis und die Etablierung des jährlich stattfindenden Nazigroßaufmarsches ausschlaggebend. So gingen die eingesetzten Polizeikräfte im letzten Jahr präventiv teilweise sehr gewalttätig gegen GegendemonstrantInnen vor, während gewaltbereite Neonazis ohne Polizei vermummt durch die Innenstadt ziehen konnten.

Auch in diesem Jahr werden wieder viele Neonazis aus ganz NRW anreisen. Seien es „Autonome“ NationalistInnen, NPDler oder Altnazis, wie der letztjährige Redner Hajo Hermann aus Düsseldorf, der als Angehöriger der „Erlebnisgeneration“ Vorträge vor jungen Neonazis hält. Neonazis sind kein ostdeutsches Problem, wie etwa der Angriff von Neonazis auf die 1.Mai Demonstration des DGB in Dortmund oder der Überfall von Nazis aus dem Ruhrgebiet auf einen Bus, der im letzten Jahr auf der Rückreise von den Protesten in Dresden war, zeigen.

Der Mythos um die Geschichte der Bombardierung Dresdens hält sich hartnäckig, auch wenn er im Laufe der Jahre verschiedene Wandlungen durchgemacht hat. Seine aktuelle Deutung dient jedoch dazu, die deutschen Verbrechen zu relativieren und ein deutsches Opferbild zu kreieren. In Büchern wie „Der Brand“ von Jörg Friedrich oder den Fernsehdokumentationen von Guido Knopp wird ein revisionistisches Geschichtsbild vom „Leid der Deutschen“ breitenwirksam inszeniert. Dabei wird die deutsche Schuld nicht etwa, wie bei den Nazis, geleugnet, sondern in eine gesamteuropäische Verantwortung integriert. Das europäische Jahrhundert von Gewalt, Krieg, Zerstörung und Vertreibung gelte es gemeinsam zu bewältigen. Folgerichtig findet sich ein Großteil der bürgerlichen Öffentlichkeit unter der Führung der CDU jedes Jahr zum stillen Gedenken ein, um an die „deutschen Opfer“ zu erinnern. Diese Geschichtspolitik dient aber zu nichts anderem, als die politisch-historischen Zusammenhänge zu verwischen und im Windschatten des geschichtspolitischen Normalisierungsprozesses wieder Kriege „wegen Auschwitz“ zu führen.

Wir aber wissen, dass der verbrecherische Krieg von Deutschland ausging und die Bombardierung Dresdens nur in diesem Kontext zu sehen ist. Deshalb heißt es auch für uns: Nie wieder Faschismus! – Nie wieder Krieg! Die Gleichsetzung von Tätern und Opfern bekämpfen!

Schon im letzten Jahr mobilisierten antifaschistische Gruppen und Initiativen aus NRW nach Dresden. Auch 2010 werden wir dem braunen Spuk nicht tatenlos zusehen, sondern dem Naziaufmarsch entschlossen entgegentreten. Wir werden aus NRW breit nach Dresden mobilisieren, um unseren Teil dazu beizutragen, den Naziaufmarsch zu blockieren.

Aufrufende Gruppen:

Antifa Bonn/Rhein-Sieg
Antifaschistischer Impuls Dortmund
Antifa KOK Düsseldorf & Neuss
Antifa Koordination Köln & Umland (AKKU)
Antifaschistische Aktion Leverkusen [AALEV]
Antifaschistische Linke Münster
Autonome Antifa Rheine