Archiv für September 2010

Blick nach Rechts!

via BNR

Braune Gemeinschaften

Dortmund-Dorstfeld ist seit Jahren als Problemstadtteil mit hoher Neonazi-Quote bekannt. Jetzt sammeln sich Anhänger der „Skinhead Front Dortmund Dorstfeld“ gezielt im Wohngebiet um den Steinauweg.

„Das hat hier schon eine Art nationalsozialistischer Wohnqualität“ schimpft ein älterer Herr auf dem Bürgersteig in Dorstfeld. Ihm und anderen Bürgern ist nicht entgangen, dass sich seit Jahren immer mehr junge Männer aus dem Umfeld der „Skinhead Front“ mit ihren Familien im Dorstfelder Steinauweg einquartieren. An warmen Sommerabenden grillen sie gemeinsam draußen auf der Grünanlage zwischen den niedrigen Häusern, verrät eine Frau. Tätowierte Glatzköpfe spielen mit ihren Kindern fangen oder schubsen sie auf der Schaukel an. Während der Fußball-Weltmeisterschaft fand dort Public Viewing mit Saufgelagen statt. Manchmal werden die Rechten auch mit ihren Kampfhunden beim Gassi gehen beobachtet. Vorsichtig heißt es dann: „Die gehen Patrouille im Viertel“. Vor einigen Jahren gab es sogar ein Zeltlager mit etwa acht Zelten im Steinauweg. Gäste reisten an, es gab Einlasskontrollen, von weitem waren laute Reden zu hören.
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Über 250 Menschen demonstrierten gegen Dortmunder Zustände

Für den gestrigen Mittwoch rief das S4-Bündnis zu einer Demonstration auf. Grund dafür war die Freilassung Sven K., dieser hatte 2005 den Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz ermordet. Zudem richtete sich die Demonstration gegen das „nationale Zentrum“ auf der Rheinischen Str. in diesem findet jeden Mittwoch der Kameradschaftsabend des NW-Dortmund statt. Überschattet wurde die Demonstration von einem überzogenen Polizeivorgehen und Schikanen gegen Antifaschisten_Innen.


Bericht des S4-Bündnis:
„Bericht von der S4-Demo „Keine Rückzugsräume für rechte Mörder!“ am 29.09.2010 in Dortmund.
Am 29.9.2010 fand unter dem Motto „Keine Rückzugsräume für rechte Mörder!“ eine Demonstration gegen das sogenannte „Nationale Zentrum“, ein von Neonazis angemietetes Ladenlokal an der Rheinischen Straße, statt. Anlass war die vorzeitige Haftentlassung von Sven Kahlin, einem Dortmunder Neonazi, der im Jahr 2005 den Punker Thomas „Schmuddel“ Schulz mit einem Messer erstach.Nach einer Auftaktkundgebung um 18:00 Uhr zog die Demonstration mit 250 Teilnehmer_innen über die Kampstraße und die Rheinische Straße zur Kreuzung Ofenstraße, wo in Sicht- und Hörweite des Nazihauses eine Zwischenkundgebung stattfand. In Reden wurde auf das Treiben der Dortmunder Naziszene hingewiesen, so unter anderem auf die Verstrickung von Klaus Schäfer, einem hohen städtischen Beamten, in die Dortmunder Naziszene und die zahlreichen durch hiesige Neonazis verübten Gewalttaten, deren trauriger Höhepunkt der Mord an Thomas Schulz darstellt.Die Neonazis selbst hielten sich während der Zwischenkundgebung bedeckt. Aus einem Fenster wurde die Demonstration durch vermummte Personen gefilmt. Bereits am Dienstag hatten sie rund um ihren Laden Plakate verklebt, auf denen zu lesen war: „5 Jahre für ein ganzes Leben! – 4 zu 1 für uns!“ Damit spielen sie neben dem Mord an Thomas Schulz, auf die Tat des Neonazis Michael Berger im Jahr 2000 an, der drei Dortmunder Polizist_innen erschoss, bevor er sich selbst durch einen Kopfschuss tötete. Diese zynische Sprache erinnert an die Aufkleber “Antifaschismus ist ein Ritt auf des Messers Schneide”, die vor fünf Jahren direkt nach dem Mord an Thomas Schulz von den Nazis verklebt worden sind.Nach der Zwischenkundgebung kehrte die lautstarke Demonstration auf dem selben Weg zurück zum Ausgangspunkt an der Kampstraße, wo nach einer kurzen Abschlusskundgebung die Demonstration beendet wurde.Die entschlossene und kämpferische Stimmung ließen sich die Teilnehmer_innen der Demonstration auch durch die Polizei nicht vermiesen, die sich heute gleich in mehreren Situationen daneben benahm. Trotz zahlreicher eindeutiger Urteile zum Thema Anti-Antifa-Fotograf_innen scheint es sich noch nicht bis zum heutigen Einsatzleiter herumgesprochen zu haben, das Vermummung gegenüber Nazis völlig legal ist. Auch die Tatsache, dass die Demonstration einer Straßenbahn weichen sollte, ist mehr als unüblich. Im Normalfall obliegt es der Polizei, den Verkehr derart zu leiten, dass eine Demonstration möglichst ohne Einschränkungen stattfinden kann. Gegen Ende der Veranstaltung gingen Einsatzkräfte der Polizei völlig grundlos gegen die Spitze der Demo vor, um drei Personen zu kontrollieren.Diese erneuten Schikanen der Polizei reihen sich ein in eine offensichtliche Linie der Dortmunder Polizeiführung, die darauf aus ist, Antifaschist_innen so viele Steine wie möglich in den Weg zu legen. Das Vorgehen der Dortmunder Polizei gegen antifaschistische Demonstrationen, zuletzt am 4. September, zeigt deutlich, dass von dieser Seite für Protest gegen Nazis kein Verständnis zu erwarten ist.Als Veranstalter der Demonstration freuen wir uns über die zahlreichen Teilnehmer_innen, besonders angesichts der kurzen Vorlaufzeit. Wir werden weiterhin unbeeindruckt vom Verhalten der Polizei unsere Arbeit gegen die Dortmunder Naziszene fortsetzen. Vor allem aber werden wir Sven Kahlin und den Rest der Nazis im Visier unserer Aktivitäten haben!“

Demo gegen „Schmuddels“ Mörder und rechte Gewalt


Wie bekannt wurde, ist der Mörder des 2005 ermordeten Punks Thomas „Schmuddel“ Schulz, 1 1/2 Jahre vor dem eigentlichen Ende seiner Haft entlassen worden. Aus diesem Grund wird zur antifaschistischen Demo am kommenden Mittwoch (29.09.2010) Aufgerufen!
*UPDATE*
„Neben zahlreichen Antifa-Gruppen aus der Region hat auch die Lokalpresse Notiz von und unserer Demonstration genommen (RN & Der Westen) . Das gestrige Kooperationsgespräch ergab, dass wir bis auf Sicht- und Hörweite an das “Nationale Zentrum” kommen und dann wieder geschlossen zurück zur Kampstraße laufen.

Die Dortmunder Neonazis haben gestern am frühen Abend rund um ihr Zentrum ganz selbstbewusst Plakate verklebt, auf denen es heißt: “5 Jahre für ein ganzes Leben! – 4 zu 1 für uns!” Damit spielen sie neben dem Mord an Thomas Schulz, auf die Tat des Neonazis Michael Berger im Jahr 2000 an, der drei Dortmunder PolizistInnen erschoss, bevor er sich selbst durch einen Kopfschuss tötete.
Diese zynische Sprache erinnert an die Aufkleber “Antifaschismus ist ein Ritt auf des Messers Schneide”, die vor fünf Jahren direkt nach dem Mord an Thomas Schulz von den Nazis verklebt worden sind.

Kommt zur antifaschistischen Spontandemonstration!
18.00 Uhr | Kampstraße Ecke Katharinenstraße

Das Wetter wird den ganzen Tag über als leicht bewölkt angekündigt, regnen soll es allerdings nicht.“
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Reclaim your Underground


„Taxi Tom trifft Shakespeare im Untergrund

Da die Gespräche mit der Stadt leider kurzfristig kaum Früchte zu tragen scheinen, wir aber trotzdem immer noch und auch gerade deshalb das Bedürfnis haben Kunst und Kultur zu leben, gleichwohl nicht im stillen Kämmerlein sondern da wo beides hingehört, in den unkomerziell genutzten, öffentlichen Raum, ging es gestern (24.09.) in den Untergrund. Da wurde die U-Bahn kurzerhand zur UZ-Bahn und musste ein fahrendes Dach liefern. Nachdem wir unter unserem improvisiertem UZ_Dach allerhand amüsierte, belustigte, iritierte und skurile Reaktionen zu Gesicht bekamen, war es – viel zu früh – nach 2 Stunden auch schon wieder vorbei.

Die UZ-Bahn scheint als UZDO auf Dauer dann doch keine Lösung zu sein – gut, dass wir Alternativen parat haben und schön wars trotzdem.

Nebenbei fiel dann noch auf, dass selbst der gute Shakespeare kein Fan von Leerstand war, denn im 10ten Sonet heißt es:

“…Dein Dach zu flicken wäre angemessen, es abzureissen ist’s, woran du denkst. Denk um, dann ändere ich von dir mein Bild, soll Hass denn schöner wohnen als die Liebe? Sei, wie dein Äußeres wirkt, sei gnädig, mild, zumindest lieb zu dir aus eigenem Triebe!…”

In diesem Sinne.
Leerstand und Verfall von Dach und Gebälk sind keine Alternative.
Recht auf Stadt.
Zeche prellen.
UZDO.“