Archiv für September 2010

Erste Zwischenbilanz…


Das Wochenende hat begonnen und damit auch die Proteste gegen die Neo-Nazis und deren Veranstaltungen. Heute hielten die Neo-Nazis ihr Konzert oberhalb der Katharientreppe ab, jedoch nicht ohne Protest. Der Zeit ist die Nazi-Demo verboten, morgen früh zwischen 8 und 9:00 Uhr wird ein endgültiges Ergebnis erwartet. Dortmunder Antifaschisten_Innen rufen weiterhin dazu auf morgen nach Dortmund zu kommen! Des weiteren hat das S4-Bündnis seine Demonstration abegsat.
Kommt in die Nordstadt!

via. links Unten
„Im Vorfeld des angekündigten Rechtsrock-Konzerts vor dem Dortmunder Hauptbahnhof organisierte das antifaschistische S4-Bündnis eine Vorabenddemo durch die Dortmunder Nordstadt, an welcher sich etwa 200 Menschen beteiligten. Damit dürfte die Mobilisierung an dieser Stelle weit hinter den Erwartungen liegen. In Redebeiträgen wurden die Anwohner_innen der Nordstadt über die am nächsten Tag in diesem Viertel stattfindende Nazidemonstration informiert. Begleitet wurde die Demonstration von einem massiven Polizeiaufgebot. Bis auf einige Nazis am Rande verlief diese jedoch reibungslos.
Kurz nachdem die antifaschistische Demonstration beendet wurde, fanden sich an der Katharinenstraße auch schon die ersten Nazis ein. Weitere Kleingruppen wurden unter Polizeischutz zum geplanten Konzert geleitet. Auf der Südseite versammelten sich unterdessen über 200 Antifaschist_innen, größtenteils aus dem bürgerlichen Spektrum, um lautstark gegen die Nazikundgebung zu protestieren.

Aufgrund technischer Probleme verzögerte sich der Beginn der Naszikundgebung um etwa eineinhalb Stunden. Zwischenzeitlich wurden die wartenden Nazis durch eine in einer Mc Donald’s-Tüte unter einem Polizeifahrzeug versteckte, per Handy aktivierte und über 120 dB laute Alarmanlage gestört. Als diese nach etwa 15 Minuten von der Polizei entdeckt und zur Spurensicherung mitgenommen wurde, hatten schon mindestens 150 Nazis die Kundgebung verlassen. Nach kurzer Zeit ging eine weitere Alarmanlage in etwa 7 Meter Höhe, eingebaut in den Würfel unterhalb der Katharinentreppe, los und heulte bis weit nachdem die Nazikundgebung beendet wurde.

Vor lediglich 80 verbleibenden Neonazis (die Dortmunder Nazis berichten von 265 Teilnehmer_innen und einem erfolgreichen Verlauf) begann die Kundgebung mit einer Rede des Neonazi-Kaders Dennis Giemsch. Nach etwa einer dreiviertel Stunde langweiliger Reden konnte das Rechtsrockkonzert mit dem noch langweiligeren Balladenspieler Jan Peter und der noch schlechteren Band „Libertim“ beginnen.

Während der gesamten Kundgebung wurden Fotojournalist_innen von Neonazis an ihrer Arbeit gehindert, mehrmals bedrängt und beleidigt. Mehr als „Komm her du Spast, Alter!“ und „Du Mongo, Alter!“ kam dabei jedoch nicht zustande.“

Bericht S4

Nazi-Demo am Samstag verboten!?

Nach angaben der Polizei, welche heute eine Pressekonferenz abhielt wurde die Nazi-Demo am Samstag vorläufig verboten. Die Nazi-Demo sollte am Rande der Dortmunder Nordstadt entlang führen. In diesem Viertel wo neben Migranten_Innen auch zahlreiche Linke und Studenten_Innen wohnen wurde seid mehrern Wochen gegen die Neo-Nazis mobil gemacht.

Laut der Polizei ist der Grund für das vorläufige Verbot, ein Sprengstoff Fund bei einem „autonomen Nationalisten“ aus Aachen, dieser war zu gleich auch an dem gescheiterten Angriff auf die Kneipe Hirsch Q am vergangenen Mittwoch beteiligt. Die Polizei könne nicht für die Sicherheit garantieren und rechne wohlmöglich sogar mit Toten. Es sei nicht klar ob der 19 jährige Neo-Nazi aus Aachen nicht im Raum Dortmund Sprengsätze platziert hätte.
Bereits im Juli gab es in Aachen eine Bombendrohung, welche sich gegen das dortige Autonome Zentrum und die Antifa richtete.

Kein Grund zur Freude

Wie auch im letzten Jahr ist das Verbot der Polizei mehr als schwammig, so konnten die Neo-Nazis durch eine Klage gegen das Verbot zumindest eine stationäre Kundgebung im Hafen erreichen. Auch dieses Jahr ist damit zu rechnen, dass die Neo-Nazis gegen das Verbot Klagen und damit erfolgreich sein werden.
Es ist davon auszugehen das die Dortmunder Polizei, welche in den letzten Wochen unter massiven Druck in der Öffentlichkeit stand, dass Verbot nur sporadisch ausgesprochen hat um besser wahrgenommen zu werden. Gleichzeit hat die Dortmunder Polizei unter Federführung von Hans Schulze, zahlreiche Gegenveranstaltungen verboten oder in weit abgelegene Stadtteile verdrängt.
Das Rechts-Rock Konzert am Vorabend auf der Katharienstr. direkt am Hauptbahnhof, bleibt weiterhin erlaubt. Für Dortmunder Antifaschisten_Innen ist dieses ein noch größeres Thema als die Demo am Tag darauf. Den Neo-Nazis wird praktisch, polizeilich erlaubt, in der Innenstadt ein Konzert zu Veranstalten was sonst in abgelegenen Gasthäusern stattfinden muss und die Neo-Nazis in ständiger Gefahr laufen das ein solches Konzert an die Öffentlichkeit gerät und verhindert wird.

Somit gillt für alle Antifaschisten_Innen kommt am schon am freitag nach Dortmund und am Samstag in die Nordstadt, es gilt auf alles vorbereitet zu sein und den Neo-Nazis keinen Platz zu bieten!

Artikel:
Der Westen
Der Westen 2
S4-Bündnis

Wissen macht K! Die 2te.

Realsozialismus by communismesucre