Archiv für Oktober 2010

Eine volle Hand gegen Nationalisten_Innen.

Jede nationale Idee behauptet, dass Menschen als Kollektiv zusammengehören, als Nation eben. Diese nationale Zusammengehörigkeit soll angeblich vor dem Staat da gewesen sein. In Wahrheit ist es genau umgekehrt. Wer Mitglied einer Nation ist, entscheidet der jeweilige Staat. (Siehe Kasten). Alle Begründungen für Nationen sind Märchen. (mehr…)

Schmuddels Mörder weiter aktiv in rechter Szene

via Antifa Union

Unter dem Motto „Das System bringt uns den Volkstod – Freie Völker statt freie Grenzen!“ versammelten sich gestern rund 230 Neonazis zu einem Aufmarsch in der Nachbarstadt Hamm. Organisiert wurde der Aufzug laut den VeranstalterInnen von „Freie[n] Kräfte aus der Region“. Als Redner trat dabei u. a. auch der rechter Mörder Sven Kahlin ans Mikrophon. Er verlas eine Grußbotschaft der HNG-Vorsitzenden Ursel Müller. Gegen die Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige e.V. (HNG), von der auch Kahlin während seiner Haftzeit betreut wurde, ist offenbar eine Verbotsprüfung eingeleitet worden. Anfang September wurden deswegen Durchsuchungen und Beschlagnahmen bei Angehörigen der neonazistischen Szene durchgeführt.

Der kürzlich aus der Haft entlassene Kahlin hatte im März 2005 den Punk Thomas Schulz in Dortmund erstochen und musste deswegen letztlich für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Für seine Rede wurde er von seinen „Kameraden“ bejubelt, nicht zuletzt deswegen, weil er nochmals betonte, dass seine neonazistische Gesinnung in der JVA nicht „gebrochen“ werden konnte. Auch bei einem Aufmarsch vergangenen Samstag in Leipzig war er mit Dortmunder Neonazis angereist. Kahlin ist nach seiner Haft-Entlassung offensichtlich weiterhin in neonazistischen Kreisen aktiv. Auf dem T-Shirt des rechten Mörders, der morgen 23 Jahre alt wird, stand beim gestrigen Naziaufmarsch: „Was sollten wir bereuen?“

Neues von Klaus Schäfer

via. Antifa Union
Klaus Schäfer, der seit rund 4 Monaten suspendierte Leiter des Instituts für Feuerwehr- und Rettungstechnologie, bekundete nun gegenüber den Ruhr Nachrichten, dass er wieder an seinen alten Arbeitsplatz zurückkehren möchte. Die Suspendierung war vor einem Vierteljahr ausgesprochen worden, als seine Nähe zur Neonaziszene bekannt geworden war. Die Stadt habe auf Grund seiner hohen beruflichen Qualifikationen auch gar keine andere Wahl, als ihn an dieser Stelle der Forschungsarbeit wieder einzusetzen, so Schäfer. Im Zweifel wolle er auch vor der höchsten Instanz, dem Europäischen Gerichtshof, klagen. Seine Kontakte zur hiesigen Neonaziszene will der mittlerweile 55-Jährige unterdessen abgebrochen haben. „Die linke Szene hat das Gerücht gestreut, dass ich Agent des Verfassungsschutzes sei. Das war keine gute Empfehlung“, behauptet Schäfer.

Dass solche Behauptungen nie Gegenstand der Auseinandersetzung um seine Person waren, dessen wird sich Dortmunds Ex-Feuerwehrchef Schäfer bewusst sein. In einem ausführlichen Bericht legten wir bereits vor einigen Monaten dar, dass sich Schäfer aus tiefster Überzeugung an den Aktionen der rechten Szene beteiligte: „Schäfers Teilnahme an dem Naziaufmarsch am 30.04. war also keinem losen Interesse an ‚neuen Argumenten‘ geschuldet, sondern resultierte aus einer ideologisch gefestigten extrem rechten Einstellung heraus. Der langjährige SPDler ist aktiv in die neonazistischen Strukturen der gewaltbereiten ‚Autonomen Nationalisten‘ aus Dortmund integriert. Er nimmt an deren Treffen teil und macht auch sonst keinen Hehl aus seiner neonazistischen Gesinnung.“ Gerüchte über V-Person-Aktivitäten hat es in Bezug auf den Fall Klaus Schäfer also nie gegeben. Offenbar versucht Schäfer mit dieser unhaltbaren Behauptung seiner Distanzierung von der rechten Szene Glaubhaftigkeit zu verleihen.

„The Call“ – Revolte Weltweit

„Vor der Offenkundigkeit der Katastrophe gibt es jene, die sich empören, und jene, die sie zur Kenntnis nehmen; jene, die denunzieren und jene, die sich organisieren. Wir sind an der Seite derer, die sich organisieren.“

Das Antifa-Medienzentrum Dortmund hat einen ,2003 in Frankreich erschienen Aufruf, dokumentiert. Dabei handelt es sich um einen Aufruf und Teil einer Debatte um die Integration radikaler Ansätze in eine Weltweite Soziale-Bewegung. Bei dieser Debatte ist „The Call“ trotz der ein oder anderen theoretischen Schwäche einer der anführenden Texte in der Debatte. Anhören lohnt.
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