Nachspiel für Dortmunder Neonazis

Dortmund/Dresden – Wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs ermittelt die Staatsanwaltschaft Dresden gegen eine Reihe von Neonazis aus dem Ruhrgebiet. Nach deren eigenen Angaben erhielten sie jetzt eine Vorladung, bei der sie eine Speichelprobe abliefern und zu den Vorwürfen Stellung nehmen sollen.

Hintergrund der Ermittlungen ist ein Zwischenfall anlässlich des von Neonazis geplanten, letztlich aber gescheiterten Aufmarschs am 19. Februar in Dresden. Statt einer zentralen Demonstration hatten die Neonazis versucht, mehrere „Spontandemonstrationen“ durchzuführen, bei denen sie zum Teil randalierend durch Randbereiche Dresdens und der Nachbarstädte zogen.*

Bei einer dieser „Spontandemos“ waren mehrere Hundert Neonazis von dem südwestlich von Dresden gelegenen Städtchen Freital in Richtung Hauptbahnhof marschiert. Im Stadtteil Plauen, wo sie von der Polizei gestoppt werden sollten, gingen sie massiv gegen die Einsatzkräfte vor. Mit Steinen, Glasflaschen und Pyrotechnik wurden die Beamten beworfen; auch Zwillen wurden eingesetzt. Mehrere Polizisten zogen sich Verletzungen zu.
24 Festnahmen

„24 Aktivisten“ seien seinerzeit festgenommen worden, heißt es auf der Internetseite Dortmunder Rechts-„Autonomer“. Ein Großteil von ihnen sei aus dem Ruhrgebiet angereist. „Mehrere der Aktivisten“ hätten nun in den vergangenen Tagen ein Schreiben der Dresdener Polizei erhalten. Neben einer Vorladung zu einer polizeilichen Vernehmung enthalte das Schreiben die Anordnung einer Speichelprobe.

Wie sich aus einem von den Neonazis veröffentlichten Beschluss des Amtsgericht Dresden ergibt, geht es bei den Untersuchungen offenbar unter anderem darum, festzustellen, wer bei der Auseinandersetzung in Plauen Steine geworfen, Pfefferspray eingesetzt und mit Fahnenstangen zugeschlagen hat. (ts)