Archiv für August 2011

Das Salz in der Suppe

Keine Woche mehr, dann wollen gleich an zwei Tagen Neonazis durch Dortmund marschieren. Doch es scheint als würde sich breiter Widerstand bereit machen. So mobilisieren drei Bündnisse aus verschiedenen Spektren nach Dortmund um den Naziaufmarsch am 3. September zu blockieren. Erstmals mobilisiert nun auch die Stadt Dortmund in Form von Parteien, Gewerkschaften und Einzelpersonen zur Blockade des Naziaufmarsches zum Antikriegstag. Nun scheint die Dortmunder Polizei kalte Füße zu bekommen.
Seid Jahren werden Stimmen gegen diese laut das sie zu tolerant, Grade mit rechter Gewalt, umgehe. Dies topt die Dortmunder Polizei nun aber mit einer grafischen Meisterleistung die schon vor dem Wochenende um den 3. September Antifaschisten_Innen als Kriminell darstellt. So wurden Plakate erstellt die zwar zu Demonstrationen und Meinungsfreiheit aufrufen nicht aber zu Blockaden, da diese die falschen stärken würden. Diese Plakate wurden hauptsächlich in der Dortmunder Nordstadt und Dorstfeld plakatiert. Unabhängig davon das zumindest im Dortmunder Norden ein groß teil dieser Plakate bereits von Unbekannten zerstört oder umgestaltet wurden, empört sich auch das Bürgerliche Bündnis Dortmund Nazifrei! über das vorgehen der Polizei. Das Linkspartei nahe Bündnis Dortmund stellt sich Quer machte sich gleich den Spaß die grafische Meisterleistung der Polizei zu kontern. Aktuelle Infos was in Dortmund alles passiert findet ihr beim DAB oder Alerta!-Bündnis.

Wanderzirkus durch NRW

Eine Woche vor dem von Dortmunder „Autonomen Nationalisten“ geplanten Aufmarsch zum „Nationalen Antikriegstag“ am 3. September haben Neonazis am Samstag fünf stationäre Kundgebungen in nordrhein-westfälischen Städten und außerdem eine im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr sowie eine Demonstration in Leverkusen durchgeführt.

Mit zwei Trupps waren sie unterwegs: einer von der Ruhr, einer vom Rhein. Neonazis vor allem aus dem Ruhrgebiet, aber auch aus Ostwestfalen und Niedersachsen begannen ihre Tour am Samstagmorgen auf dem Marktplatz in Dortmund-Aplerbeck. Von dort ging es in Dortmunds nördliche Nachbarstadt Lünen, wo eine zweite Kundgebung mit Flugblattverteilung zwischen zwei Supermärkten stattfand.

Anders als zuvor vermutet – als mögliche Veranstaltungsorte bei dem Neonazi-Wanderzirkus waren auch Bielefeld, Paderborn oder Münster im Gespräch* – blieb der braune Reisetrupp auch anschließend in der näheren Region: Dortmunds südliche Nachbarstadt Schwerte war das Ziel, wo die Neonazis sich vor dem Bahnhof aufstellten. „Trotz schlechten Wetterverhältnissen“ habe man „Öffentlichkeit erreichen“ können, „wobei auch das angebotene Informationsmaterial regen Absatz fand“, übertreiben die Dortmunder Demo-Organisatoren in ihrem Reisebericht.
Demo in Leverkusen

Die Tour von Neonazis aus dem Rheinland begann am Samstagmorgen mit einer Kundgebung in Pulheim. Jene Tour wurde offenbar von Neonaziformationen organisiert, die der „Aktionsgruppe Rheinland“ angeschlossen sind oder ihr nahe stehen. Zweite Station der extrem rechten Reisegesellschaft war das Bundesverteidigungsministerium in Bonn, das wohl wegen des Symbolwerts mit Blick auf den „Nationalen Antikriegstag“, weniger wegen der Hoffnung auf irgendeine Außenwirkung der Veranstaltung als Ziel ausgewählt wurde.

Nach einem Abstecher zu einer Kundgebung im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr stand zum Abschluss eine Demonstration in Leverkusen-Opladen auf dem Programm, die am späten Nachmittag begann. Sie soll von dem Düsseldorfer Neonazi Sven Skoda angemeldet worden sein. Dabei habe man sich auch, so heißt es in einem Veranstaltungsbericht, mit dem „lybischen Präsidenten Gaddafi“ solidarisiert.

Als Redner dieser Rheinland-Tour traten unter anderem der Pulheimer Neonazi Axel Reitz, sein „Zögling“ Kevin Koch aus Wuppertal sowie Niklas Berr aus Leichlingen bzw. Leverkusen auf. Berr sorgt nach Verbüßung einer längeren Haftstrafe seit einigen Monaten wieder für eine Reaktivierung der Szene im Raum Leverkusen. (rr)

„Eigene Akzente setzen“

via Alerta

Im Rahmen der “Kein Ruhe vor dem Sturm!”-Kampagne des Alerta!-Bündnisses wurden heute zwei Straßen in Dortmund von Antifaschist_innen mit Informationsschildern versehen. Anlass dafür boten die Namenspatronen, die aus antifaschistischer Perspektive als untragbar erscheinen.

Im Folgenden dokumentieren wir den Wortlaut der Informationsschilder:

Castellestraße
Friedrich Castelle (1879-1954) war Mitglied in der NSDAP, Propagandist des Nationalsozialismus und hatte hochrangige Funktionen in der Kulturbürokratie des Regimes inne. Er hat sowohl in seinem schriftstellerischen Werk als auch in seinem Berufsleben die menschenverachtende und antisemitische Ideologie der Nationalsozialisten persönlich aktiv gefördert. Friedrich Castelle hat sich nicht nur um seine schriftstellerischen Tätigkeiten verdient gemacht hätten, sondern auch durch ihre Sympathie für die nationalsozialistische Ideologie und Bewegung hervorgetan.
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Bundesweites Event

via BNR
Dortmunder Neonazis haben die „heiße Phase der Mobilisierung“ für den „Nationalen Antikriegstag“ gestartet. Über tausend Teilnehmer sollen am 3. September in der Ruhrgebietsstadt aufmarschieren.
Neonazi-Aufmarsch in Dortmund; Photo: T.S.

Wer will, kann die Vorbereitungen Dortmunder Neonazis für ihren „Nationalen Antikriegstag“ praktisch rund um die Uhr verfolgen. Per Twitter. Tagsüber wird dort zuverlässig berichtet, wo sie gerade einen Infostand aufgestellt haben oder die Stadt von „linker Propaganda befreien“. Des Nachts werden Bilder ihrer Plakatieraktionen im Schutze der Dunkelheit veröffentlicht. Und auch Tipps für die Klebetrupps, welche Ecken der Stadt sie besser im Augenblick meiden sollten, gibt es: „Der Abend ist jung und die Zivis stehen in Dorstfeld an der Wittener Str. / Ecke Hartweg. silberner VW, UN-VP-****“.
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