Archiv für Januar 2012

Holocaustleugner referiert in Dortmund

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten war ein überregional bekannter Antisemit und Holocaustleugner in Dortmund als Referent zu Gast. Eingeladen von der NPD Unna/Hamm und von Neonazis ohne Parteibuch aus der Ruhrgebietsstadt.

Zum Jahrestag der Gründung des Deutschen Reichs am 18. Januar 1871 sprach in Dortmund Rigolf Hennig (76) aus Niedersachsen. Niemals zuvor sei das deutsche Volk einer akuteren Bedrohung ausgesetzt gewesen als heute, ließ er seine Zuhörer wissen, wie aus einem Veranstaltungsbericht der Dortmunder Neonazis hervorgeht. Ursachen dieser Bedrohung aus Hennigs Sicht: eine „gezielte Masseneinwanderung und eine fremdgesteuerte Politik“.
Antisemiten in Aktion
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Filmreihe: Eine spanische Erfahrung

Hoffnung, Freiheit, Revolution.

So heißt die am 29.1.2012 startenden Filmreihe des Freundeskreis Autonomie im Kulturzentrum Langer August.
Im Rahmen der Reihe werden an drei Sonntagen Filme zu der spanischen Revolution 1936 und den Kampf der Internationalen Brigaden gegen die spanischen Faschisten gezeigt.
Start ist am Sonntag den 29.1. dann wird der Film „Die Utopie leben!“ gezeigt, am 5.2. geht es weiter mit dem Spielfilm „Land and Freedom“, enden wird die Filmreihe mit dem Dokumentarfilm „Brigadistas“ am 12.2..

Die Filme werden im Kulturzentrum Langer August vorgeführt, Start ist jeweils um 20:00 Uhr, der Eintritt ist Frei!

Keine Neuwahl = Pleite für NPD?

Eine Wiederholung der Dortmunder Ratswahl rückt in weitere Ferne, nachdem drei SPD-Ratsmitglieder am Donnerstag angekündigt haben, gegen den neuerlichen Urnengang vor das Bundesverwaltungsgericht zu ziehen.* Eventuell wird die Wahlwiederholung dort sogar komplett gestoppt. Das ärgert viele Dortmunder, die sich getäuscht fühlen von Äußerungen der Stadtspitze zur finanziellen Lage der Stadt vor der Kommunalwahl 2009. Das ärgert aber aus ganz anderen Gründen auch die Strategen der NPD.

Sie hatten gehofft, bei einer Wiederholung der Wahl auf der extremen Rechten ganz ohne die alte Konkurrenz der DVU, die 2009 wie die NPD ein Mandat errungen hatte, und ganz ohne die neue Konkurrenz von „pro NRW“ um Stimmen buhlen zu können.

Schon in der ersten Januarwoche sollen Gespräche des NPD-Landesverbands mit dem Kreisverband zum Wahlantritt der Dortmunder Partei stattgefunden haben. Vorgesehen war eine Zusammenarbeit mit „parteifreien“ Neonazis und mit Parteigliederungen aus der Nachbarschaft. In Frage kamen dabei vor allem der Kreisverband Unna/Hamm, dessen Vorsitzender Hans-Jochen Voß sich wiederum bester Beziehungen zu den „Autonomen Nationalisten“ im östlichen Ruhrgebiet rühmen kann, und der Bochumer NPD rund um den Landesvorsitzenden Claus Cremer.

Auch überregional konnte sich die NPD Unterstützung erhoffen. Die Wiederholung der Dortmunder Ratswahl war am vorigen Wochenende etwas überraschend sogar Thema bei einer Klausurtagung des neuen NPD-Bundespräsidiums. Dabei sei die Unterstützung der „Kameraden“ vor Ort beraten und beschlossen worden, hieß es anschließend parteioffiziell.

Bei der NPD herrscht nun angesichts der neuen Entwicklung Enttäuschung vor. Eine Wiederholung der Ratswahl sei in weite Ferne gerückt. Sie sei auch deswegen „unwahrscheinlich, weil die reguläre Kommunalwahl 2014, also bereits in zwei Jahren, festgelegt ist“. Dann, das dürfte sicher sein, hat man es wieder mit Konkurrenz im Parteienspektrum rechtsaußen zu tun. (ts)

* http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/Drei-SPD-Klaeger-stoppen-Wiederholungswahl;art930,1524545

Der Weg der Wanderhuren – Zwischen Dortmund und Stolipinovo

Eine WDR hat eine Reportage über das Leben einer Prostituierten in der Dortmunder Nordstadt gedreht, im folgenden die Beschreibung der Reportage:

„Tatort Dortmund. Eine junge Prostituierte, eine Roma namens Puppy, wird von einem Freier aus dem Fenster seiner Wohnung geworfen. Sie überlebt nur knapp und wird für den Rest ihres Lebens gezeichnet sein. Im Mai 2011 war der Straßenstrich in Dortmund geschlossen worden. Zu viele Anwohner der Dortmunder Nordstadt hatten sich beschwert. Ziel der Aktion war es, die ungeliebten Roma-Prostituierten loszuwerden. Man hoffte, sie würden dahin zurückkehren, wo sie hergekommen waren. Doch die Rechnung ging nicht auf. Denn in ihrem Heimatland Bulgarien haben die jungen Frauen keine Perspektive. Sie blieben in Dortmund und arbeiten nun im Verborgenen und manchmal unter großer Gefahr, wie Puppys Schicksal zeigt. Zwischen Stolipinovo und Dortmund fahren mehrmals in der Woche Kleinbusse hin und her. Dann natürlich kommen trotz der Schließung des Straßenstrichs immer noch Frauen aus Stolipinovo. Und das wird auch so bleiben, solange sich die Verhältnisse dort nicht ändern. Der Film erzählt von Puppy und ihrer Familie, von ihrem Leid, von ihrem Alltag und von ihrer Hoffnung, eines Tages ein besseres Leben zu haben. Eines, in dem sie erwünscht sind.“

Die Reportage könnt Ihr Euch hier ansehen.