Es bröckelt…

„There´s something going on in this town“

An der Fassade der Dortmunder Neonazis-Szene scheint es zu bröckeln. Nach dem Schlag gegen das „AB-Mittelrhein“, wird auch der Wind gegen die Dortmunder Neonazis zunehmend stärker.
Dies bedeutet Konkret, dass es in der nahen Zukunft zu mehren Verhandlung gegen u.A. führende Köpfe der Dortmunder Neonazis-Szene kommen wird. Außerdem zeigt auch die Dortmunder Polizei, neuerdings, ein Interesse am Kampf gegen Rechts.
Zudem ganzen wird auch innerhalb der Szene die Kritik an den Dortmunder Neonazis lauter, so mussten diese ihren, für den 1.Mai, geplanten Aufmarsch absagen und einer anderen Stadt (Bonn) der Vortritt lassen. So hieß es Intern: „Was ist das mit Dortmund? Am 31.03. soll doch schon für gegen die Räumung des Wohnprojekts demonstriert werden und gut einen Monat später dann 1. Mai? September noch Antikriegstag? Na, wer weiß was da noch alles kommt…“.

Dortmund galt lange Zeit als Hochburg der organisierten Neonazis in Westdeutschland. Seid 2004 bauten die „Autonomen Nationalisten“ ihr Netzwerk immer weiter aus. So kam es das aus ganz Deutschland Neonazi-Kader nach Dortmund-Dorstfeld zogen, um dort ihren Traum einer „National-befreiten-Zone“ ausleben zu können. Bis vor wenigen Jahren trugen den Protest gegen Neonazis hauptsächlich autonome Antifa-Strukturen.
Dies hat sich in den letzten drei Jahren gewandelt. So wurde der Protest gegen die jährlich stattfindenden Naziaufmärsche, vor allem im September, immer breiter und entschlossener.
Auch die Polizei, unter neuer Führung, scheint entschlossener gegen die Neonazis vorzugehen. So wurden vergangene Woche sieben Haftbefehle gegen „Autonome Nationalisten“ vollstreckt. Auch der Nazitreffpunkt in der Rheinischestr. 135, welcher von der Stadt gekauft wurde, wird mit aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr lange als „Nationales Zentrum“ fungieren können. Die Stadt kündigte den Neonazis kurzer Hand zum 31.03. ihren Mietvertrag. Am gestrigen Abend stürmten Polizisten das „Nationale Zentrum“ auf der Rheinischenstraße, anwesend waren 53 Neonazis, es ist seid längeren Bekannt das die Dortmunder Neonazis Mittwochs zum „Kameradschaftsabend“ einladen. Auslöser für die Hausdurchsuchung waren Personenkontrollen am Vorabend, dort erwischte die Polizei drei Neonazis im Dortmunder Westen beim plakatieren, diese ignorierten die Ansage der Polizei das Wildplakatieren sein zu lassen und wurden kurze Zeit später am „Nationalen Zentrum“ erneut beim plakatieren erwischt. Dies nahm die Polizei und Staatsanwaltschaft als Anlass nicht nur das „Nationale Zentrum“ sondern auch die Wohnungen der drei Neonazis zu durchsuchen. Dabei wurden unter anderem auch Waffen gefunden.

Nun wenn am 31.03. Neonazis versuchen wollen durch die Innenstadt zu marschieren, um für den Erhalt ihres „Braunen Haus“ zu demonstrieren, wird sich ihnen ein breiter Protest entgegen setzten. So mobilisieren sämtliche Spektren in Dortmund gegen den Naziaufmarsch, zusätzlich wird es noch eine antifaschistische Demonstration durch Dortmund-Dorstfeld geben. Diese findet unter dem Motto „Rechte Gewalt unmöglich machen!“ statt und wird vom Dortmunder Antifa-Bündnis organisiert. Die Bündnisse „Dortmund stellt sich Quer“ sowie „Dortmund Nazifrei!“ rufen zu direkten Aktionen, in Form von Blockaden, gegen den Naziaufmarsch auf.

Doch nicht nur dies, in den vergangen zwei Wochen kam es auch zu mindestens drei Outings gegen Organisierte Neonazis, dabei traf es Michael B., Nadine K. und Denise G., letztere verlor darauf hin ihren Job.
Mit den Prozessen gegen Dennis G. und Alexander D. welche für den Angriff 2009 auf die 1.Mai Demonstration des DGB verantwortlich gemacht werden stehen zudem zwei der führenden Köpfe der Neonazis vor Gericht.
Auch im Falle des Angriffs auf die Kneipe „Hirsch-Q“ kommen die Verfahren, gegen die Angreifer aus dem Umfeld der „Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld“, ins Rollen. So konnte auch hier, dank antifaschistischer Intervention, der Druck auf Stadt, Polizei und Staatsanwaltschaft aufgebaut werden so das die Verfahren und Ermittlungen nicht im Sande verlaufen.


Es bleibt somit abzuwarten wie sich die Situation in Dortmund entwickelt, Fakt ist jedoch das in jüngerer Vergangenheit viele wichtige Schritte gegen die hiesigen Neonazi-Strukturen getan wurden und diese nicht ohne Verluste an den Neonazis vorbei gehen werden. Zudem wurde deutlich wie wichtig konsequente antifaschistische Arbeit ist und was diese erreichen kann.