Tod im Polizeigewahrsam

via. Initiative Christy Schwundeck

„Tod im Polizeigewahrsam – Warum starb, Ousman Sey? – Kundgebung Di., 17.07.

Am Morgen des 7.Juli 2012 verstarb der Afrikaner Ousman Sey in Dortmund kurz nachdem er im Polizeigewahrsam zusammengebrochen war. Vorausgegangen war sein mehrstündiger Versuch ärztliche Hilfe durch einen Notarzt zu bekommen.

Trotz des durch zwei Rettungssanitäter festgestellten Herzrasens und späteren Krampfanfällen, sahen sich die Sanitäter nicht genötigt Ousman in ein Krankenhaus einzuliefern. Die durch Nachbarn gerufene Polizei, nahmen den zweifachen Vater dann um ca. 7:00 morgens in Handschellen mit auf die Polizeiwache, mit dem Verweis auf eine kaputte Fensterscheibe, die Ousman in panischer Todesangst eingeschlagen hatte. Selbst eine dazugerufene Nachbarin, die erfahrene Krankenschwester ist, konnte Sanitäter und Polizei nicht von einer Einlieferung in ein Krankenhaus überzeugen. Auf der Polizeiwache brach der 45-Jährige dann zusammen und verstarb noch in dem nun viel zu spät gerufenen Krankenwagen.

Wir fragen:

- Wie kann ein Mensch, der offensichtlich ärztliche Hilfe benötigt, in Handschellen (!) in Polizeigewahrsam genommen werden?

- Warum haben die Sanitäter trotz offensichtlich drohendem Herzinfarkt keine Anstalten unternommen, Ousman Sey in ärztliche Behandlung unterzubringen?

- Wie kann es sein, dass Polizei und Presse, trotz der offensichtlich lebensbedrohlichen Umstände in denen sich Ousman befand, ihn als ‚Randalierer‘ und Täter pathologisieren?

- Wäre der Polizeipräsident Norbert Wesseler der bestritt dass sich hier um rassistisch motivierte Unterlassung von Hilfe handle, auch erst in Polizeigewahrsam gekommen, wenn er den Rettungsdienst wegen Herzrasens kontaktiert hätte?
(Quelle: ruhrnachrichten.de ,,Tod im Gewahrsam??? 10.07.12)

Wir fordern: Aufklärung für Ousman Sey!

Schon wieder starb ein Schwarzer Mensch in Gewahrsam der Polizei, schon wieder gibt es keine Schuldigen, schon wieder wird ein Opfer zum Täter gemacht!

Wir rufen euch auf an der Mahnwache am Dienstag, den 17. Juli um 17:30 an der Konstablerwache teilzunehmen!

Für ein Ende der rassistischen Polizeiangriffe und der rassistischen Diskriminierung in der Gesundheitsversorgung!

Dienstag 17. Juli 17:30 Konstablerwache

Mehr Infos: initiative-christy-schwundeck.blogspot.com
Zusammen e.V. Alt-Rödelheim 12 60489 Frankfurt
Tel.: 069 – 37 300 389 Fax: 069 – 37 300 390
email: info@zusammen-ev.de
/www.zusammen-ev.de> www.zusammen-ev.de“

Soweit die Information der Initiative Christy Schwundeck, welche ihren örtlichen Schwerpunkt in Frankfurt hat. Die Kundgebungsdaten beziehen sich dorthin.

Polizei und Staatsanwaltschhaft Dortmund gaben die folgende Erklärung vom 7. Juli ab:

„07.07.2012 | 17:34 Uhr
POL-DO: Ungeklärter Todesfall

Dortmund (ots) – Lfd. Nr.: 0708

Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Dortmund und des Polizeipräsidiums Dortmund zum Einsatz vom 07.07.2012, 07.01 Uhr in Dortmund

Am heutigen Morgen, gegen 07.01 Uhr, wurde ein 45-jähriger Dortmunder nach einem Polizeieinsatz „Randalierer“ zur Gefahrenabwehr in das Polizeigewahrsam eingeliefert. Unmittelbar nach Eintreffen im Polizeigewahrsam brach die Person zusammen.

Ein sofort angeforderter Notarzt und Rettungswagen verbrachten den Mann unter laufender Reanimation in ein Dortmunder Krankenhaus, wo er kurz nach der Aufnahme verstarb.

Eine am heutigen Tag durchgeführte Obduktion hat eine eindeutige Todesursache nicht ergeben. In Betracht kommt ein Herzversagen.

Die Ermittlungen zur Todesursache dauern an.